Er ahnt noch nichts

Schläft in seinem Nestchen. Ich hingegen bin schon seit einer Stunde wach und habe alles vorbereitet. Ganz leise.
Mein Plan ist einfach. Ich werde vorsichtig die Etage über seinem Nest abnehmen und ihn mit einem Stück Nuss wecken. Wie das letzte Mal werde ich ihm keine Zeit geben sich bewusst zu werden was überhaupt los ist. 😀

Psst! … es hat geraschelt. Da hat er sich wohl gerade noch einmal kurz umgedreht … alles still … ob er wohl gerade noch träumt? Sicher nimmt er wahr das ich schon durch das Zimmer schleiche. Presst sicher die kleinen Äuglein ganz fest zusammen und legt die kleinen Öhrchen ganz dicht an.

Aber da ist nichts zu machen. Wir müssen zum Tierarzt. Zum dritten Mal wegen diesen hartnäckigen Milben. Und leider kann ich auch heute von keiner Besserung berichten. Es ist zwar eindeutig besser als beim Ausbruch, aber seit dem hat sich in den vergangenen zwei Wochen nichts mehr getan. Ich weiß nicht ob es daran liegt das sich seine Haut nur so langsam regeneriert, oder daran das noch immer Milben übrig geblieben sind.
Ich werde heute wohl mal nach alternativen Behandlungen fragen. Sicherlich gibt es heute wieder einen Spot-On, aber wenn es sich nicht in den nächsten zwei Wochen bessert, braucht es wohl andere Geschütze. 😦

Naja, wir müssen jetzt los. Seid ganz leise. Ein paar Minuten hat er noch während ich seine Walnuss zerkleinere …

Spot auf den Hamster!

Licht an! … und Action!
Es war ein kalter Samstag Morgen, sieben Uhr. Der Wecker brauchte zwei Anläufe um meinen trägen, schlaffen Körper aus dem Bett zu zwingen. Der Schuldige schlief wohl erst seit einigen wenigen Stunden in seinem warmen Nest aus Hanfmatte. Seine Nase in sein eigenes Fell gedrückt. Warm, kuschelig.

Eine halbe Stunde später war ich hingegen in einem kalten Badezimmer und staunte über die Wandlungsfähigkeit meines Gesichtes. So früh am Morgen, an einem Samstag, war ich ein völlig anderer Mensch. Oder war das überhaupt nicht der Spiegel? Hatte ich im Halbschlaf etwa die Haustür geöffnet und blickte gerade in das Gesicht eines Zeugen Jehova? Nein. Keine Zeitschrift in der Hand. Nur ein Rasierer.

Ich erspare dem Leser zu beschreiben wie die Schale Cornflakes hinterhältig zur Seite wich um der Milch zu entgehen. Oder wie gierig hungrige Filzpantoffeln auf Milch sein können.
Ich beschwere mich auch nicht darüber das ich fast eine Stunde hätte länger schlafen können wenn ich gemerkt hätte das der Wecker auf sieben statt auf acht gestellt war. Ja, ich komme gleich zum Hamster.

Zuerst wurde eine Walnuss geknackt und ihr Inhalt in kleine Mundgerechte Stücke zerlegt. Noch ein paar geschälte Sonnenblumenkerne und die Transportbox in die mit Fleecedecke ausgepolsterte Tasche. Nun kam der große Moment. Ich war angespannt. Würde Bärchen heute wieder Hagel und Donner schimpfen wie zum letzten Gericht?
Ich nahm die Etage zu seinem Nest ab und … Stille. Er hatte mich nicht bemerkt. Verschämt räusperte ich mich: „Guten Morgen kleiner Mann.“
Und da plötzlich sah ich die beiden schwarzen Augenschlize die mich fixierten. Schnell einen Sonnenblumenkern direkt in den Hamstermund!
Er war besänftigt. Und er wollte mehr. Da ergriff ich Gelegenheit und Hamster, und ab in die Transportbox. Noch einen Kern und zu.

Ich war noch immer neben mir und wunderte mich warum es so kalt war als ich eiligen Schrittes Richtung Tierarzt Praxis lief. Angekommen wurde mir klar das ich die Jacke offen hatte. Ich drückte gegen die Tür. Verdammt! Noch zu? Ein Blick auf die Uhr. Noch zehn Minuten!? Was mache ich denn jetzt. Was macht der Hamster? Ich wollte nicht nachsehen. Wollte keine Kälte eindringen lassen. So stand ich da nun. In der Kälte, mit offener Jacke, verwirrt und die Rache des Hamsters fürchtend. Doch dann nach wenigen Minuten die Erlösung durch einen Geistesblitz. Ich stand nur an der falschen Tür!

Nur die Ärztin, der Hamster und ich. Letzterer hielt den braven Hamster während erstere ihm den Tropfen in den Nacken verpasste. Sofort wieder in die Box und einige Nussstückchen nachgeschoben. Doch nicht nur der Hamster erwartete seine Belohnung. Also schob ich auch der Ärztin ein paar Geldstücke hin über die sie gleich zufrieden herfiel. Eine halbe Walnuss und acht Euro leichter ging es wieder zurück.

Ich verweilte ein paar Minuten als zwei Meter neben mir ein Buntspecht sein Frühstück suchte, aber dann waren wir wieder daheim. Ohne Verzögerung lief ich zum Käfig und setzte Bärchen direkt in die frisch mit Kleinsaat gefüllte Schale. Er war sofort abgelenkt und hatte keine Backen frei um sich zu beschweren. Trotzdem erntete ich noch einen vorwurfsvollen Blick, ehe er dann wieder ins Bett ging.

Ich werde das nicht vergessen

Der Stress war aber dann doch noch zu groß gewesen und er stand noch einmal auf um sich zu vergewissern das nun wieder alles beim Alten ist. Erst nach einem kompletten Rundgang durch den Käfig war dann wieder Ruhe im Hamsterheim.

Samstag in zwei Wochen geht das Spiel von neuem los.

Der Fall Bärchen

Samstag 31. März ca. 01:00 Uhr (Temperatur: Kühl, Kuscheldeckenzeit)
Das Opfer hinterlässt verdächtige weiße Rückstände auf dem Boden. Das Interesse des Ermittlers ist geweckt. Ein erster Verdacht kommt auf. Schlafen.

08:13 Uhr (Unglaublich, die Welt existiert auch an einem Samstag um diese Zeit)
Der Ermittler trifft alle nötigen Vorbereitungen. Transportbox in einem Rucksack mit Handtuch. Die Temperatur ist noch immer erbärmlich kühl. Es gilt 5 Minuten Weg zu überwinden. Geplante Ankunft: 09:00 Uhr. Der Abmarsch wird vorbereitet und das Opfer um 08:47 geweckt, dann mit zwei Sonnenblumenkernen besänftigt. Ehe sich der Hamster im klaren ist was eigentlich passiert, befindet er sich in der Transportbox. Drei Minuten später Aufbruch.

09:00 Uhr
Ankunft beim Tierarzt. Die Ermittlungen erreichen ihren Höhepunkt. Nach kurzer Rücksprache und Informationsaustausch mit dem Ermittler werden dessen Befürchtungen bestätigt. Die Rückstände im Fell des Hamsters sind Schuppen.

Hamster mit Schuppen können ein Anzeichen für Milben sein

Vermutet wird ein Befall durch Milben. Eine nähere Bestimmung welche der vielen möglichen Milbenarten (Räude-, Haar-, Pelzmilben etc) es ist, wird nicht für notwendig erachtet. Das wäre zu schmerzhaft und die Behandlung ist in 3 von 4 Fällen ohnehin die selbe. Also Behandlung klar: Spot-On mit Strongholt. Ein kleiner Tropfen in den Nacken des Opfers sollte den Tätern den Rest geben.

Moderate 21 € (welche die Staatskasse leider nicht übernimmt) später, geht es zurück an den Tatort.

09:23 Uhr
Der Ermittler nimmt seine Tätigkeit als Tatortreiniger auf. Eine Quarantäne-Zone wird aufgebaut.

In Quarantäne

Kein Kontakt zur alten Streu oder Zubehör. Der Hamster sitzt fest und motzt wie er es noch nie in seinem bisherigem Leben getan hat. Der Tatortreiniger wird noch einmal zum besorgtem Hamsterhalter und versucht mit viel gutem Zureden und vielen Leckerchen den aufgebrachten Nager zu beruhigen. Das Gekreische nimmt erst Minuten später ein Ende.

09:41 Uhr
500l Frische Streu und 3 Flaschen Essigessenz werden besorgt.

10:14 Uhr
Die gesamte Streu im Käfig wird entfernt und mit kochendem Wasser und Essigessenz ausgegossen und gewischt. Der Vorgang wird einige Male wiederholt wobei der Tatortreiniger auch Buddelbox, Laufrad und Gitter reinigt. Die erste Ladung an Holzzubehör ist bereits bei 100 Grad im Backofen. Umluft Oberhitze.

Papierzubehör im Freilauf und alles was sich nicht erhitzen oder überbrühen lässt wird entsorgt.

11:09 Uhr (Gefühlte einhundert Einweghandschuhe später)
Der Etagenbaum wird auseinander geschraubt und kommt in den Backofen. Erkenntnis: Ponal Holzleim hält auch nach 40 Minuten bei 100 Grad.

11:21 Uhr
Dem Opfer werden Vitamintropfen in den geliebten Brei unter gemischt und in der Quarantäne ans Bett gereicht. Soll den Stress vermindern und die Abwehrkräfte stärken.

Frühstück im Bett

11:34 Uhr
Erneutes Auswischen des Käfigs mit Essigwasser.

11:53 Uhr
Der Hamster ist unruhig. Kann nicht schlafen und sieht immer wieder aus seinem provisorischem Nest. Scheinbar will er seinen Protest deutlich machen. Es reicht gutes Zureden: „Ich weiß. … Es tut mir Leid.“ Und der Hamster verschwindet wieder im Nest für ein paar Minuten.

12:46 Uhr
Der Hamster schläft. Die letzten Holzteile befinden sich im Backofen. Noch einmal wird der Tatortreiniger den Käfig auswischen. Danach gut austrocknen lassen.

13:31 Uhr
Solange der Hamster brav schläft macht der Ermittler Pause und gönnt sich etwas zu essen.

14:36 Uhr
Arbeiten wurden wieder aufgenommen. Hamster schläft noch immer schön durch (Sicher ganz fertig der Kleine). Eine Etage wurde vergessen und ist nun im Backofen.

15:45 Uhr
Für den Käfig noch schnell neue Filzfüßchen besorgt. (Wenn der schon leer ist kann ich die auch gleich anbringen)

17:35 Uhr
Etagenbaum und Etagen sind wieder im ansonsten leeren Käfig. Hamster schläft noch immer. Sand und Streu kommen erst in ein, zwei Stunden rein.

21:59 Uhr
Minimum an Streu ist eingebracht. Wenn der Hamster zu seiner gewohnten Zeit aufwacht kann er wieder sein Nest beziehen. Nachbehandlung ist in 14 Tagen angesetzt. Dann wird der Ermittler wieder auf den Plan treten. Die Akte ist noch nicht geschlossen.

Gastbeitrag: Käferbefall

Ich darf euch heute den ersten Gastbeitrag überhaupt auf Schnuggel Schnubbi präsentieren. Dieser ist von Lisa, stolze Mitbewohnerin von Hamster Finnley und einer elfköpfigen Mäusebande. 

 

Vor kurzem hatte ich einen Kornkäfer-Befall. Als ich am Abend nach Hause kam, traf mich fast der Schlag: überall an der Wand kleine, schwarze Käfer.

Hier werden die kleinen Käfer zum unangenehmen Schädling

Relativ schnell war klar, dass sie aus Finnleys Futter stammen, welches ich dann direkt entsorgt habe.

Lisa ihr hübscher Junge in seiner Futterschale

Auch das Futter meiner Farbmäuse wanderte, inklusive jeglicher Streu in den Käfigen, in den Müll. Hab’ die Käfige dann noch mit Essigwasser ausgeputzt und mit frisch gekaufter Streu neu gefüllt.

Ein Teil der Mäusebande

Gegen die Käfer die noch an Wand (und im Übrigen auch in meinem Bett!) waren half nur der Staubsauger. Eingesaugt und dann, ganz wichtig, das Staubsaugerrohr mit Klebeband zu machen, da die sonst wieder raus krabbeln.

Das hab ich insgesamt zwei Tage gemacht und den Staubsaugerbeutel danach direkt in die Tonne geworfen.

Schwieriger dürfte es da dann aber bei einem Befall mit Reiskäfern werden, die sehen zwar fast genauso aus, können jedoch im Gegensatz zu Kornkäfern fliegen.

 

So etwas ist der Albtraum jedes Halters. Ich selbst hatte bisher zum Glück nur ein kleines Problem mit Staubläusen. Ein Dankeschön für den Artikel an Lisa. 

Wer auch Lust hat einen Gastartikel auf Schnuggel Schnubbi zu veröffentlichen, weil er vielleicht etwas interessantes oder amüsantes zu berichten hat, schreibt mich einfach an. Ich freu’ mich drüber :) 

Staubläuse!

Vorgestern habe ich sie gesehen. Zwei winzig kleine Ovale die sich auf Schnubbis  Futteretage bewegt haben. Verdammt. Zuerst hatte ich natürlich die Befürchtung das es sich um Milben handeln könnte, aber dazu konnte ich sie unter der Lupe doch zu gut erkennen. Knödl gab dann den richtigen Tipp. Es waren Staubläuse.

Diese kleinen Krabbler tauchen aber nicht zwangsläufig auf weil es schmutzig ist. Eher haben in Schnubbis Käfig die Umweltbedingungen perfekt gepasst. Die Streu gut lüften, auf Frischfutter Reste und zu hohe Luftfeuchtigkeit achten, dann sollten sie nicht auftauchen.

Ich habe ihr Erscheinen gleich zum Anlass genommen, neben der kompletten Reinigung, auch gleich noch unterschiedliche Streu zum testen anzubieten. Als da wären:

Normale Streu (nicht auf dem Bild), feine Streu, Hanf Streu, und noch diese Baumwoll-Einstreu.

Als ich anfing die alte Streu aus ihrem Käfig heraus zu schaufeln hat Schnubbi sich dann noch in ihr Nest verkrochen.

Hat ihr nicht sonderlich gefallen das ich alles wegwerfe und sauber mache.

Und als sie sich entschlossen hat anzusehen was sie alles verloren hat, habe ich die Gelegenheit genutzt und auch noch ihr Nest entsorgt.

Danach habe ich die Etagen und Brücken in den Herd und leeren Käfig ausgesaugt. Dann wurde mit Essigwasser ausgewischt. Schnubbi war in der Zwischenzeit im Freilauf und hat sich ausgetobt…

Böse Eierkartons zerlegt…

Und die seltsamen Packungen in Augenschein genommen…

Als ich dann mit dem Reinigen fertig war habe ich die Streu rein.

Natürlich war Schnubbi erst skeptisch …

Hat dann aber tapfer die verschiedenen Streu begutachtet…

Sogar Probeliegen war einmal drin

Aber nach der ersten Nacht kann ich sagen das Schnubbi leider nichts übrig hat für Baumwolle. Sie hat sich lieber in der Hanfstreu eingenistet. Auch die Feine scheint ihr nicht zu gefallen, bzw. als Klo wurde sie schon gleich benutzt. Aber eben nicht zum Nestbau.

Ich werde also nochmal ein Paket Hanf Streu und normale holen. Die Baumwolle ist im Schnubbi Test durchgefallen und fliegt raus. Damen wissen eben was sie wollen 🙂